Samstag, 12. Februar 2011

Stille Zeit...

Die Stille Zeit jeden Morgen ist mir das Wichtigste vom Tag geworden.
Komischer Weise ist es jeden Morgen eine Überwindung die Bibel aufzuschlagen...
...ich glaube, dass mir der Feind jeden Morgen einreden will, dass Gott nicht zu mir reden wird und dass mich die Bibel langweilen wird. Aber jedes Mal wenn ich trotz aufsteigender Unlust die Bibel aufschlage füllt er mein Herz auf mit so viel Liebe und Kraft wie ich für den kommenden Tag brauche.
ER redet! Jeden Tag. Ich will nicht ohne Erwartungen die Bibel aufschlagen.
Denn ohne Erwartungen erwartet mich auch nichts!

Das ist meine Andacht von heute.

"Es heißt bei euch: Liebt eure Freunde und hasst eure Feinde!
Ich sage aber: Liebt eure Feinde und betet für alle, die euch hassen und verfolgen!
Auf diese Weise handelt ihr nämlich als Kinder eures Vaters im Himmel.
Denn ER lässt seine Sonne für die Bösen und wie für die Guten scheinen, und er lässt es regnen für Fromme und Gottlose. Wollt ihr etwa noch dafür belohnt werden, wenn ihr die liebt, die euch auch lieben?
Das tun sogar die, die Gott verachten!
Wenn ihr nur euren Freunden liebevoll begegnet, ist das etwas Besonderes?
Das tun auch die, die von Gott nichts wissen.
Ihr aber sollt so vollkommen sein wie euer Vater im Himmel."

Adrian Plass:
Meine Erfahrung mit der Feindesliebe deckt sich in etwa mit meiner Erfahrung damit, ganz allein Klaviere von einem Zimmer ins andere zu transportieren.
Es ist zermürbend harte Arbeit; auf dem halben Weg wünscht man sich, man hätte nie damit angefangen, doch am Ende hört man Musik an einem Ort, wo man bisher nie welche gehört hat.
Was diesen ganzen Bereich so schwierig macht, ist die Tatsache, dass die Grenze zwischen Feinden und Freunden nicht so deutlich ist ist, wie man annehmen könnte.
Freundschaft kann ganz leicht in Feindschaft abgleiten, und in solchen Augenblicken scheitern wir besonders jämmerlich an diesem Grundsatz, von dem Jesus seinen Jüngern sagt, dass sie sich darin von den Heiden unterscheiden sollten.
EIn Freund erzählte mir von einem Konflikt, der sich zwischen ihm und seiner 14 jährigen Tochter entwickelte, die er eigentlich sehr liebt. Nachdem sie sich wegen irgendeiner Kleinigkeit in die Mega-Schmollecke  zurückgezogen hatte, verweigerte sie für eine Spanne von mehr als zwei Wochen jede Kommunikation mit ihrem Vater. DIe Verletztheit und Wut meines Freundes nahm ein solches Ausmaß an,
dass schon der Gedanke an sein "kleines Mädchen" ihn dazu brachte, mit den Zähnen zu knirschen und tonlos vor sich hin zu fluchen.
Der Knall kam eines Abends, als sie gebeten worden war, irgendeine geringfügige Aufgabe zu übernehmen und daraufhin hinab in ihr Zimmer stürzte. Er raste hinter ihr her, das Herz voller Mordlust und war drauf und dran ihr Zimmer zu stürmen und ihr den Kopf abzureißen, als etwas ihn zum Innehalten brachte.
Mein Freund ist Christ und obwohl er oft scheitert, gibt er niemals auf.
Mal wieder Zeit zum Klavierrücken, dachte er.
Meine Freundin ist mir zur Feindin geworden.
Während die Mordlust noch in ihm kochte, setzte er sich auf das Bett, sprach leise und liebevoll zu ihr und streckte seine Arme aus.
Sie reagierte! Tränen - Musik an einem neuen Ort.

Feindesliebe - man muß sie nicht fühlen. Man muss die tun!

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